Trainer Dieter Rinke zieht im Endspiel mit Sascha Vater richtigen Joker
<<Artikel Von Arno Schade Schwarzwälder-Bote>>
Spannender und für die einheimischen Fans besser konnte der 9. Hallencup der SG Empfingen nicht enden. In einem an Dramatik nicht zu übertreffenden Endspiel sicherte sich der gastgebende Landesligist mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die TSG Balingen zum vierten Mal in Folge den großen Siegerpokal.
Große Hektik, aber auch sportliche Gesten prägten die Schlussphase der Partie gegen den Oberligisten. Durch einen Treffer von Bernd Rebmann führte der Gastgeber mit 3:2, als drei Sekunden vor Schluss nach einer unübersichtlichen Situation in der Ecke den Schützlingen von Trainer Karsten Maier der vermeintliche Ausgleich gelang. Der Riesenjubel bei den TSG-Spielern verwandelte sich aber binnen kurzem in Entsetzen, denn Schiedsrichter Rainer Friedrich hatte die Partie noch nicht wieder freigegeben und erkannte den Treffer nicht an. Nachdem die SG die Nachspielzeit und damit den Sieg über die Bühne gebracht hatte, flippten einige Balinger Akteure nach dem Abpfiff zunächst fast noch aus. Doch schnell beruhigte sich die Szenerie vor allem dank des Einsatzes von Karsten Maier und Spielführer Nico Willig.
Für den TSG-Kapitän hatte Empfingens Trainer Dieter Rinke anschließend auch ein dickes Lob übrig: »Kompliment, das er gleich zu mir gekommen ist und die Entscheidung des Schiedsrichters als korrekt anerkannt hat.« Den Sieg seiner Mannschaft nannte Rinke zwar etwas glücklich, aber nicht unverdient. »Am Mittwoch hätte noch keiner damit gerechnet, aber heute über das Viertel- und Halbfinale haben wir uns mächtig gesteigert.« Die letztlich alles entscheidende Szene, und für Dieter Rinke der Ausdruck der großen kämpferischen Leistung der SG Empfingen, spielte sich kurz vor Ende der regulären Spielzeit des Finales ab. Die frühe SG-Führung durch Marc Alle (3.) hatten die danach stark aufkommenden Balinger durch Erik Raab (5.) und Nico Willig (10.) zum 1:2 gedreht. In der letzten Minute sah es nach einer Zeitstrafe gegen Filippo Naso alles nach einem Sieg des Oberligisten aus, als Rinke seine zwei Viererblöcke auflöste und zu Marc Alle den zweiten Stürmer Sascha Vater auf das Feld schickte. Und der sah 17 Sekunden vor dem Abpfiff die Lücke und traf in Unterzahl zum 2:2, was die Moral für die entscheidende Verlängerung noch einmal steigen ließ.
Bereits auf dem Weg ins Endspiel hatten beide Traum-Finalteilnehmer harten Widerstand zu überwinden. Die SG Empfingen wurde nur Gruppenzweiter hinter den Landesliga-Rivalen SV Tumlingen-Hörschweiler, der dann im Viertelfinal-Derby den SF Salzstetten unterlag.
Die TSG Balingen spielte dagegen zwar zunächst in der Endrunden-Gruppenphase souverän, musste dann aber im Viertelfinale das Glück bemühen. Gegen den bis zum Ende überraschend starken SV Bad Liebenzell benötigte man ein Neunmeterschießen und die Paraden des zum besten Torwart gewählten Sebastian Kellner. Mit Turan Sahin kam auch der beste Feldspieler von der TSG Balingen.
Erfolgreichster Torschütze des Turniers wurde mit 14 Einschüssen Ertan Tasdemirici vom SC 04 Tuttlingen. Der Schwarzwald-Bezirksligist beeindruckte vor allem beim 8:1-Viertelfinalsieg gegen den SV Zimmern, unterlag dann aber im Halbfinale trotz großem Widerstands der TSG Balingen mit 3:5.
Auch das zweite Vorschlussrundenspiel zwischen den SF Salzstetten und der SG Empfingen verlief keineswegs einseitig, ehe schließlich die Hausherren nach einem 0:1-Rückstand mit 4:2 als Sieger vom Feld gingen.
Bad Liebenzell ärgert den Favoriten mächtig. Im Viertelfinale dreimalige Führung des A-Ligisten gegen TSG Balingen
(asa). Von ganz knapp bis überaus deutlich fielen die Resultate in den
Viertelfinalspielen des Empfinger Hallencups aus. Glück hatte der
Favorit TSG Balingen, während der SC 04 Tuttlingen sein Pulver schon
vorzeitig verschoss.
TSG Balingen – SV Bad Liebenzell 8:6 n.N (3:3).
Aus einer vermeintlich klaren Angelegenheit für den Oberligisten
entwickelte sich eine Zitterpartie. Dreimal ging der A-Ligist in
Führung, der nahtlos an die guten Leistungen der Vor- und Zwischenrunde
anschließen konnte. Die Treffer von Shpetim Berisha (3.), Edson Fonseca
(7.) konnten die TSG.Spieler Tim Wissmann /(4.) und Bernd Bauer jeweils
postwendend ausgleichen. Nach dem 2:3 von Neset Erdogan (9.) sah es aber
bitter für Balingen aus, ehe ein Eigentor in der vorletzten Minute den
Ausgleich brachte. Im sofortigen Neunmeterschießen hielt TSG-Keeper
Sebastian Kellner den vierten Versuch, während seine Schützen allesamt
ins rechte Eck trafen.
SC 04 Tuttlingen – SV Zimmern 8:1.
Der Landesligist wusste nicht so recht, wie ihm geschah, und wurde vom
Bezirksliga-Dritten aus dem Schwarzwald regelrecht hinweggefegt. Ertan
Tasdemirici (2), Ibrahim Kaynar, Anthony Nwaise, Alexander Wipf, Burhan
Pitzner, Ferhat Özbek und Cem Günsoy trafen für die auch technisch guten
Tuttlinger. Den Ehrentreffer zum Spielstand von 3:1 besorgte Marc Agyemang.
SV Tumlingen-Hörschweiler SF Salzstetten 2:3.
»Hauptsache keine verletzten Spieler«, meinte Tumlingens Trainer Sven
Hayer nach der Derby-Niederlage. Zwar sorgten vor allem Christian und
Marco Hayer bei ihren Einsätzen für etwas Wirbel in der SF-Abwehr, die
Treffer aber machte der Bezirksligist. Sehenswert der Hammer von Ahmet
Kaya (4.) unter die Latte zum 0:1. Nachdem Torwart Christopher Beil
einige Gelegenheiten zunichte gemacht hatte, schlug Mike-Dennis Schmid
binnen Sekunden zweimal zu (10.) und überraschte zum 0:3 den zu weit vor
dem Tor stehenden Thimo Klink. Christian Hayer und Marco Hayer mit dem
Knie schafften zwar noch einmal den Anschluss, doch Andreas Mühlthaler
vergab auch die allerletzten Schusschancen zum Ausgleich.
SG Empfingen – FC Holzhausen 3:0.
Der FC Holzhausen konnte im Turnierverlauf überzeugen und rechnete sich
auch im Duell mit dem Landesligisten gute Chancen aus. Doch das schnelle
1:0, von Sascha Vater mit der Pike erzielt (2.), schien den Außenseiter
zu beeindrucken. Zwar machte Tobias Leopold vorne einigen Betrieb, doch
ausgerechnet er wurde für zwei Minuten vom Feld geschickt (6.).
Routiniert nutzte Empfingen die Überzahl zum 2:0 durch Benjamin
Schindler. Die Torhüter Stephan Klemenz und Dirk Ziegler waren in der
Folge meist Herr der Lage, ehe unmittelbar vor dem Abpfiff Sascha Vater
das 3:0 besorgte.
Kracher von Kocher Treffer aus eigener Hälfte
(asa). 14 Treffer in den zwei Spielen war die für die Zuschauer
erfreuliche Bilanz der Halbfinals beim 9. Hallencup.
TSG Balingen – SC 04 Tuttlingen 5:3.
Abwechslungsreich verlief die erste Partie, in der Tuttlingen neun
Minuten lang mithielt. Felice di Luca brachte Balingen zwar
erwartungsgemäß in Front (4.), doch Burhan Pitzner (5.) und Ibrahim
Kaynar (6.) sorgten schnell für das 1:2. Der Favorit war jetzt gereizt
und überrumpelte den SC 04 mit einem schnell ausgeführten Freistoß, den
Turan Sahin zum Ausgleich einschoss. Mit zwei schönen Toren zum 4:2
(9./10.) sorgte Bernd Bauer endgültig für Beruhigung im TSG-Lager, und
Turan Sahin legte das 5:2 nach. Ferhat Özbek blieb mit dem 5:3 der
Abschluss vorbehalten.
SG Empfingen – SF Salzstetten 4:2.
Nach ähnlichem Strickmuster verlief der Auftritt der Gastgeber. Lukas
Wuzik schockte die einheimischen Fans mit dem 0:1 (2.), doch Benjamin
Schindler (3.) und Marc Alle (4.) schlugen zum 2:1 zurück. Salzstetten
gab sich noch nicht geschlagen und Heiko Kieferle hämmerte fast
postwendend das Leder zum Ausgleich in den Winkel (5.). Die
Vorentscheidung gelang drei Minuten vor dem Ende SG-Kapitän Jörg Kocher,
der mit einem Flachschuss weit aus der eigenen Hälfte zum 3:2 traf.
Nachdem Ramazan Kaya eine dicke Ausgleichschance vergeben hatte, machte
Marc Alle 18 Sekunden vor der Schlusssirene den Sack mit dem 4:2 zu.
Ehemalige geizen nicht mit Toren
Seinen ersten Sieg als Empfinger Trainer überhaupt feierte Edgar
Schwind, Betreuer des Auswahlteams »SGE-Forever«, im Einlagespiel gegen
die »SGE-Allstars«. Im freundschaftlichen Vergleich ehemaliger Spieler
der vergangenen Jahre setzte sich die Schwind-Truppe mit 9:4 durch. Die
Torschützen für den Sieger (dunkle Trikots) waren Nico Hoffmann (3),
Holger Banholzer, Volker Tietze, Oli Brose, Mitar Vasic sowie der mit
besonders viel Beifall empfangene Frank Schaible (2). Für die »Allstars«
trafen Michael Gfrörer, Michael Geiszbühl, Coach Daniel Reich und Daniel
Schäfer.
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